Weitere Mail-Anbieter betroffen
Freitag, Oktober 9th, 2009Die Hacker-Angriffe auf Zugangsdaten zu persönlichen E-Mail-Konten weiten sich aus. Zwei weitere große Mail-Anbieter mussten eingestehen, dass ihre Postfächer geknackt wurden.
Nach dem Anbieter Hotmail gaben am Dienstag auch die Mitbewerber Yahoo und Google bekannt, dass Passwörter von Privatkonten im Internet veröffentlicht worden seien. Die betroffenen Nutzer müssten die Passwörter für ihre E-Mail-Konten ändern, um den unbefugten Zugriff zu verhindern, teilten die Unternehmen mit.
Am Vortag hatte der zum Microsoft-Konzern gehörende Anbieter Hotmail mehr als 10 000 Konten sperren müssen, nachdem Hacker die Passwörter geknackt haben. Wie viele E-Mail-Konten bei Yahoo und bei Googles E-Mail-Sparte Gmail betroffen waren, war zunächst unklar. Ein Vertreter von Gmail sprach von einer „kleinen Zahl“, bei Yahoo war von eine „begrenzten Anzahl“ die Rede.
Branchenweites Problem
Hotmail, Yahoo und Gmail erklärten übereinstimmend, dass die Zugriffe auf die persönlichen Daten nicht durch Lücken in den Sicherheitsprogrammen, sondern durch so genanntes Phishing zustande gekommen seien. Dabei werden Nutzer etwa mit betrügerischen E-Mails zur Preisgabe geheimer Daten gebracht. Die Unternehmen riefen die Nutzer zu Vorsicht auf
und rieten, regelmäßig die Passwörter für die E-Mail-Konten zu ändern.
Ein Microsoft-Sprecher betonte, dass es sich nicht um eine Sicherheitslücke bei Microsoft gehandelt habe, sondern um ein „branchenweites Problem“.
Microsoft appellierte an die Kunden, mindestens alle 90 Tage ihre Passwörter zu ändern. Sie sollten dabei zum Beispiel aus den Anfangsbuchstaben der Wörter eines Satzes unübliche Buchstabenkombinationen bilden oder Sonderzeichen und Zahlen einfließen lassen. Zum Schutz vor Phishing sollten Nutzer außerdem unbedingt eine aktuelle Virenschutz-Software verwenden, um sich der «Trojaner» zu erwehren. Kunden sollten bei E-Mails außerdem sehr vorsichtig mit unbekannten Anhängen oder Internet-Links sein.
Mit der Version 2.2 des SmartSurfers bietet WEB.DE Nutzern Schutz vor der verdeckten Einwahl ins Internet über teure 0190er-Nummern. Damit reagiert WEB.DE auf eine in jüngster Zeit verstärkt diskutierte Problematik (siehe Artikel oben auf dieser Seite).