Nein, wir sprechen nicht von der Furcht einflößenden Sommergrippe (auf die entsprechenden Schreckensschlagzeilen werden wir allerdings auch nicht mehr lange warten müssen. Alle Jahre wieder, pünktlich zur Saure-Gurken-Zeit in der deutschen Presselandschaft…) - ein elektronischer Schädling ist es, der Netzwerkadministratoren und hilflosverzweifelte Nutzer derzeit gleichermaßen in Atem hält.
“SirCam”, so der Name des e-mail-Wurms, mag zwar auf den ersten Blick wie die 1001. Variante des ILOVEYOU-Virus aussehen, entpuppt sich aber bei genauerem Hinsehen als weitaus perfiderer Vertreter seiner Gattung:
Gemeinheit Nr. 1: Unsere Standard-Warnung “Öffnen Sie niemals Attachments von Ihnen unbekannten Absendern!” bringt uns in diesem Fall nicht viel weiter. “SirCam” verbreitet sich von einem infizierten Rechner aus nämlich vorzugsweise an Adressen, mit denen das arme Wurm-Opfer aktuell in e-mail-Kontakt steht.
Gemeinheit 2: Der Wurm schnappt sich willkürlich Dokumente aus dem Windows-Verzeichnis “Eigene Dateien” und versendet diese. Wir möchten lieber nicht wissen, welche vertraulichen Informationen auf diesem Wege bereits unerwünschter Weise ans Licht der Öffentlichkeit geraten sind.
Gemeinheit 3: Den Namen der auserwählten Datei behält “SirCam” bei (allerdings wird eine ausführbare Dateiendung wie .bat, .pif etc. angehängt. Das ist Gemeinheit Nr. 4, denn diese Dateiendungen werden von älteren Virenscannern als harmlos eingestuft.), fügt seinen eigenen Wurmcode am Anfang des Files hinzu und versendet sich dann über seinen eigenen, im Code integrierten SMTP-Server (Geheimheit 5) - an Adressen, die er sich aus fast allen gängigen Windows-e-mail-Programmen selbständig heraussuchen kann (Gemeinheit 6). Gemeinheit 7: Das Subject der versendeten e-mail richtet sich nach der als Anhang versendeten Datei - da hilft kein Filtern.
Gegen so viel geballte Gemeinheit hilft nur, was auch Mad-Eye Moody seinen “Verteidigung gegen die dunklen Künste”-Schülern im Harry Potter-Band 4 ans Herz legt: “IMMER WACHSAM!”. Öffnen Sie kein Attachment, das Ihnen unaufgefordert zugeschickt wurde. Überprüfen Sie, ob Sie die aktuellste Version Ihres Virenscanners installiert haben.
Falls Sie der von einer geheimnisvollen Datei ausgehenden Versuchung nicht widerstehen konnten (”Ui, was mag da wohl drinstehen?” - KLICK.) und Ihren Rechner bereits infiziert haben, hilft Ihnen diese Seite weiter: http://www.trendmicro.de/virinfo/0109.htmlHier ein Auszug der Trendmicro-Seite: Dateivirus: TROJ_SIRCAM.A (17.07.01)
Der destruktive Trojaner verbreitet sich via eMail und tangiert die Plattformen WIN 9x, WIN NT sowie WIN 2000. Wird er ausgeführt, plaziert er eine “SCam32.exe” Datei im Systemverzeichnis (in einigen Fällen zusätzlich eine Scd.dll). TROJ_SIRCAM.A ist an ein eMail angehängt, die englisch oder spanisch ist:
Subject: (zufällig gewählter Name, entspricht aber dem Attachmentnaming)
Message body:
Hi! How are you?
I send you this file in order to have your advice OR I hope you can help me with this file that I send OR I hope you like the file that I send you OR This is the file with the information that you ask for
See you later. Thanks
Attachment: (zufällig gewählter Name, entspricht aber dem Subjectnaming)
oder
Subject: (zufällig gewählter Name, entspricht aber dem Attachmentnaming)
Message body:
Hola como estas ?
Te mando este archivo para que me des tu punto de vista OR Espero me puedas ayudar con el archivo que te mando OR Espero te guste este archivo que te mando OR Este es el archivo con la informacion que me pediste
Nos vemos pronto, gracias.
Attachment: (zufällig gewählter Name, entspricht aber dem Subjectnaming)
Da er ein eigenes SMTP-Modul beinhaltet, muss der Trojaner nicht auf die üblichen eMail-Applikationen zurückgreifen, um sich verbreiten zu können.
Um bei jedem Neustart aktiv werden zu können, erstellt TROJ_SIRCAM.A folgenden Eintrag in der Registry:
HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\RunServices\Driver32 = “C:\Windows\System\Scam32.exe”
Zusätzlich modifiziert der Virus folgenden Eintrag:
HKEY_CLASSES_ROOT\exefile\shell\open\command = “”%1″%*”
den er umschreibt auf:
HKEY_CLASSES_ROOT\exefile\shell\open\command = “”C:\Recycled\SirC32.exe” “%1″%*”
Dadurch kann er ausgeführt werden jedesmal wenn eine *.EXE Datei ausgeführt wird.
Seine Daten lagert er in folgendem Eintrag ab:
HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\SirCam
Entfernen Sie den Trojaner mit dem FIX-Tool:
- Laden Sie sich fix_sircam.com und starten Sie diese Datei - damit scannen Sie das Laufwerk C: mit Unterverzeichnissen
- Wird der Trojaner gefunden, können Sie zwischen löschen und nicht löschen wählen
- Durch das Tool werden auch die modifizierten Registry-Einträge (s.o.) wieder zurückgesetzt
- Editieren Sie die AUTOEXEC.BAT
- Löschen Sie @win \recycled\Sirc32.exe
- Starten Sie den Computer neu