Wuppertal: DSL 40000 bald auch am Netz
Dank drahtloser Funk-Technik gibt es in Kürze auch auf Hatzfeld, Uellendahl und Katernberg schnelle Internet-Zugänge. Die T-Com steckt derweil noch in der Planung.
von Axel vom Schemm
Hatzfeld/Uellendahl/Katernberg „40000 gucken in die Röhre”, titelte die WZ am 8. Februar dieses Jahres. Gemeint waren die Anwohner auf Hatzfeld, am Uellendahl und am Katernberg, die, sich einen schnellen DSL-Anschluss wünschen. Doch für die bislang ausgebremsten Online-Surfer gibt es jetzt gute Nachrichten: Zwischen Juli und September 2006 soll auch in ihrem Stadtteil die superschnelle Datenübertragungstechnik bereitstehen. Der beharrlichen Bürgerinitiative „Breitband für Wuppertal” sei dank. Die sechs Mitglieder kleine Gruppe hat die Deutsche Breitband Dienste (DBD) aus Heidelberg auf den Notstand in Wuppertal aufmerksam gemacht. Und das Unternehmen, das mit der DSL-Funknetz-Technik „Wimax” bundesweit die von der T-Com unversorgten Gebiete bedienen will, geht in Kürze in Wuppertal an den Start.
„Die DBD-Mitarbeiter waren schon mehrfach im Tal, haben sich die Situation vor Ort angeschaut und in drei Projektsitzungen bei uns detailliert informiert”, berichtet Michael Zerwell von der Breitband-Initiative. „Die haben im Moment aus unserer Sicht klar die Nase vorn.” Dabei - und das betont Zerwell - verstehe sich die Gruppe nur als Vermittler. „Uns ist im Prinzip egal, welcher Anbieter uns DSL anbietet. Hauptsache, es macht überhaupt einer”, sagt Zerwell. Er kenne Geschichten - vor allem gewerblicher Nutzer - die wegen des fehlenden schnellen Online-Zugangs darüber nachdenken, den Bezirk, oder gar die Stadt zu verlassen. „Ein klarer Standortnachteil”, meint Zerwell. Nicht ohne Grund haben der Hatzfelder und seine Mitstreiter mehrfach bei der T-Com vorgesprochen, die das Glasfasernetz vor Ort betreut - bis heute ohne Erfolg.
Geht es nun nach den Vorstellungen der DBD, ist es damit bald vorbei: Neun kleine Funkanlagen werden auf Hausdächern in den Vierteln platziert und sorgen ganz kabellos für das nötige Hochgeschwindigkeits-Datennetz. „Wir verhandeln derzeit mit mehreren Eigentümern über die Standorte, fest steht bislang nur der Wasserturm auf Hatzfeld”, berichtet Mario Heuel von der Firma Innofactory aus dem Sauerland, die im Auftrag der DBD in Nordrhein-Westfalen die Netzausweitung vorantreibt. Noch diesen Monat soll das entsprechende Erschließungskonzept für Wuppertal fertig sein, im „dritten Quartal möchten wir die ersten Kundenanschlüsse installieren”, sagt Heuel. Vorab werde die neue Technik im Rahmen einer Infoveranstaltung vorgestellt. Für die Installation der nötigen Gerätschaften beim Kunden sorgen dann lokale Händler im Auftrag der Innofactory, die die Hardware auch anbieten.
Auf möglichen Gegenwind seitens der in Wuppertal sehr aktiven Mobilfunkgegner sei man übrigens vorbereitet, sagt Heuel „Sorgen über Gesundheitsschäden sind völlig unbegründet Funkmasten stellen wir gar nicht auf, wir arbeiten mit kleinen Sendeanlagen. Und die Frequenzen bewegen sich etwa auf dem Niveau eines mobilen Telefons in einem Privathaushalt.” , Bei der T-Com, nach deren Aussage sich die in den Bezirke verlegten Glasfasern nicht m DSL-Anschlüssen vertragen, sitzt man übrigens nach wie vor an den Plänen zur Nachrüstung, um doch noch den schnellen Datenfluss anbieten zu können. Auf WZ-Anfrage hieß es, man strebe nach wie vor an, im dritten Quartal 2006 die Modernisierungen in Angriff zu nehmen. Dann surfe viele Hatzfelder, Uellendahler und Katernberger vielleicht schon im Netz - superschnell dank DSL.
www.dslonair.de
www.innofactory.de
Quelle: WZ vom 06.05.2006